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Aktuell

Informationen zum Coronavirus vom Schwäbischen Chorverband

Sehr geehrte Damen und Herren Vorsitzende, Dirigenten und Beiräte,

 

zur Zeit regiert die Debatte um den Coronavirus und hält uns in Atem.

Kein Tag verging, bzw. vergeht, ohne dass neue Horrormeldungen oder neue Einschränkungen, Absagen von Veranstaltungen bis hin zum Unterrichtsausfall für Kinder und Erwachsene, Warnungen für Großeltern, man möge doch die Enkel meiden, man solle allgemein zuhause bleiben, Hamsterkäufe usw. unser Leben massiv beeinträchtigen.

 

Ja, es gibt auch Chöre, die ihren Probenbetrieb eingestellt haben oder einstellen wollen. Damit sind häufig dann auch finanzielle und rechtliche Probleme zu lösen. Der Schwäbische Chorverband hat auf seiner homepage einen ganz neuen Aufsatz zu diesem Thema veröffentlicht, der von unserem Justitiar, Herrn Rechtsanwalt Christian Heieck, stammt.

Dieser Text wird auch in der Aprilausgabe von SINGEN erscheinen. In verständlicher Sprache erhalten Sie einen ersten Überblick über die verschiedenen Spannungsbögen, die sich nun auftun, dazu aber auch einige Lösungshinweise.

 

Diesen Beitrag in unserem Verbandsorgan möchte ich Ihnen schon vorab empfehlen. Er enthält auch viele links zu weiteren Informationen.

 

Für die kommenden Wochen, hoffentlich nicht Monate, wünsche ich Ihnen gute Nerven und keine Erkrankungen, schon gar nicht den unberechenbaren ‚Coronavirus‘.

Bleiben Sie gesund und singen Sie, wo immer Sie können. Trotzdem!

 

Es grüßt Sie

Ihr

 

Hermann Friedrich, 1. Verbandsvorsitzender


Liederkranz Haiterbach vertont die Menschenrechte, Konzerte in Beihingen und Pfalzgrafenweiler

Die Vertonung der Menschenrechte im Pop-, Rock-, Reggae- und Gospelsound ist eine Idee des Musikers und Pädagogen Axel Chr. Schullz.
Er war es auch der dem Chor für sein Konzert viel Erfolg wünschte und sich für den Mut dem aktuellen Thema anzunehmen beim Vorstandsmitglied Karin Killinger und ihrem Team bedankte. Die momentane Situation in der Welt zeigt, daß in jüngster Zeit immer mehr Staaten Menschenrechte mit Füßen treten. Mit dem Chorprojekt „Sing human rights“ beschreitet der Liederkranz Haiterbach neue Wege, auch um neue SängerInnen zu gewinnen. In seinem Auftritt traten Melodien zur Schöpfung und zur Bewahrung der Natur in Kombination mit 7 gesungenen Artikeln der Menschenrechte in den Vordergrund.

Konzert in der Festhalle Beihingen

Im Eingangsbereich der Festhalle Beihingen erwarteten die Gäste Portaits von Menschen aus allen Erdteilen.
Eine Weltkugel schmückte sich mit dem Text „Alle Menschen sind frei und gleich.“ Im Saal hingen bunte Bahnen mit der Allgemeinen Erklärung der 30 Artikeln der Menschenrechte und an der Bühnen klebten Hände aus Papier, als Zeichen der Versöhnung.

Chorleiter Steffen Schneider probt seit Anfang des Jahres mit dem Stammchor und 10 weiteren ProjektsängerInnen. Er versuchte das Beste aus allen Mitwirkenden herauszuholen – und, es ist ihm wahrlich gelungen! Die Zuhörer erlebten am Wochenende in der Beihinger Festhalle und in der Jakobskirche in Pfalzgrafenweiler, ein Feuerwerk an Melodien. Das Publikum quitierte mit „Standig Ovations“ und nimmer endenendem Beifall die Leistung des Chores. Der homogene Klangkörper, die deutliche Aussprache sowie die gute Reaktion zwischen Dirigenten und SängerInnen zeigten, dass die Choristen in relativ kurzer Zeit zusammengewachsen sind. Ralf Schuon begleitete souverän am Klavier.

Auch die Stimmbildnerin Petra Dieterle, die den Chor schulte, war unter den Besuchern und freute sich über den gelungenen Abend. Da einige Lieder in englischer Sprache, Artikel 3 sogar auf Zulu gesungen wurden, übernahmen Anna und Lukas Hölzlberger, frei und natürlich, die Übersetzung. Artikel 1 ist in französichser Sprache und wurde mit Solisten besetzt. Das Quartett überzeugte durch Klarheit der Stimmen und sauberer Intonation (Sopran: Karin Killinger, Mezzosopran: Monika Braun-Witt, Tenor: Berthold Rais, Bass: Arthur Hauck).

Conférencier Jürgen Jäger entführte die Zuhörer in die Welt verschiedener Musikstilrichtungen und setzte ein Zeichen mit Michael Jacksons Song: „We are the world“: „Laßt uns gemeinsam den Wandel herbeiführen. Wir sind die Welt, wir sind die Kinder, wir sind die, die einen helleren Tag schaffen können. Wir sind alle ein Teil von Gottes großer Familie. Also lasst uns beginnen!“ Mit der Europahymne (Ludwig van Beethoven 4.Satz seiner 9. Sinfonie) nach dem Text Friedrich Schillers „Freude schöner Götterfunken“ vernahm der Zuhörer einen Paukenschlag in Richtung vereintes Europa.

 

Konzert in der Jakobuskirche Pfalzgrafenweiler

„What a wonderful world“ (bekannt durch Louis Amstrong) sang Chorleiter Steffen Schneider mit seiner sonoren Bassstimme das Solo während der Chor teilweise auf sich selbst gestellt war und die Einsätze gut meisterte. John Rutters „Alle Dinge dieser Welt“ und „Schau auf die Welt“ zollten Dankbarkeit und Respekt vor Gottes Schöpfung.

Mit Nenas Song „Wunder geschehn“ streute Jürgen Jäger Optimismus in die feierliche Atmosphäre: „Diese zwei Worte sollen uns allen Mut machen.“

 

Von Monika Braun-Witt

Hier der Link zum Zeitungsartikel

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.haiterbach-menschenrechte-und-die-schoepfung.00308a07-844e-4d80-b4b8-7d3f91d4e1ca.html


Salzstetten: Drei Chöre entfachen Feuerwerk der Melodien

Ein mitreißendes Chorkonzert bot der Liederkranz Salzstetten im Gemeindesaal.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Konzert am Samstag und am gestrigen Sonntag aufgeführt und begeisterte mehr als 570 Zuhörer.

Die drei Chöre des Liederkranz Salzstetten begeisterten mehr als 570 Besucher im Gemeindesaal mit ihrem Chorkonzert.

Drei Chöre des gastgebenden Gesangvereins verzauberten mit einer Mischung aus konzertanten bis zu schwungvollen Melodien, die das Publikum elektrisierten. Die eineinhalbjährige Probenarbeit hat sich für die 44 Sängerinnen und 15 Sänger mehr als gelohnt. Mit seinen passenden Arrangements drückte musikalischer Leiter Viktor Brose dem anspruchsvollen Konzert seinen Stempel auf. „Unter seiner Leitung macht Singen einfach Spaß“, meinte Christian Ehl aus berufenem Mund.

Fachkundig, humorvoll und charmant führte Entertainer Christian Ehl durch das vielseitige Programm, das bis zum rockig-fetzigen Popsong reichte. Alle drei Chöre zusammen präsentierten im Finale den weltbekannten Song von Abba, der dem Chorkonzert seinen Namen gab: „Thank You for the Music – Danke für die Musik“, der eine große Herausforderung darstellte.

„Steh auf, mach laut!“ von „Die Höhner“ , eine Hymne für die Liebe an das Leben, rief Begeisterung hervor. Der Erfolgs-Hit der Kölner war auch eine Referenz an den Rheinländer Freddy Hassel, Salzstettens neuen Rathauschef. Und als weitere Zugabe nach großem Applaus rührten die Vokalisten mit „Goodbye, My Love“ Herzen und Gefühle.

„Ich bin überwältigt. Das war absolut professionell. Ein musikalischer Hochgenuss!“, brachte Salzstettens Ortsvorsteher Friedrich Hassel das Hörerlebnis des Doppelkonzerts auf den Punkt. Der Liederkranz widmete sein Chorkonzert der kürzlich verstorbenen Sängerin und Vize-Dirigentin Elke Kreidler.

 

Den Konzertreigen eröffnete der Gemischte Chor mit dem nicht leicht zu singenden romantischen Walzer „Ganz allerliebst“ des bedeutenden französischen Komponisten Emil Waldteufel. Ronald Brose (23), Psychologie-Student aus München, brillierte auf der Violine mit „Der Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns. Er ließ das anmutigste aller Tiere in majestätischer Ruhe auf dem See dahingleiten. In einem fantastischen Rhythmus performte der Virtuose und Preisträger von Musikwettbewerben ebenso auswendig das Stück „Libertango“ des argentinischen Bandoneon-Spielers und Komponisten Astor Piazolla. Begleitet wurde er von seinem Vater Viktor am Klavier. Das Auditorium erklatschte sich als Zugabe den „Napolitanischen Tanz“ von Tschaikowsky.

Glanzleistung auf der Violine: Ronald Brose

Für Orchester-Feeling sorgten sieben Instrumentalisten. Sein Können unter Beweis stellte Pianist Kevin Dilper (21), Jura-Student aus Baiersbronn, als mehrfacher Preisträger bei „Jugend musiziert“. Als Meisterin auf der Domra spielte Tatjana Brose das dreisaitige Lauten-Instrument. Als Perfektionist auf dem Cajon sorgte Frank Mutz für den richtigen Rhythmus.

 

Frauen singen sich in der kroatischen Sprache in die Herzen der Besucher

Zart-romantisch bis rasend flott: Mit diesen Attributen kokettiert der Frauenchor Impuls. Die Gruppe beeindruckte mit „Im Wandel der Zeit“ und dem Abba-Hit „The Piper“. Die aus Salzstetten stammende Christine Schwarz, geborene Welle, inzwischen bekannt als Chefin der Stadtkapelle Freudenstadt, trat dabei als Solistin auf der Querflöte hervor und versetzte die Zuhörer in tänzerische Träume.

Perfekt auf der Querflöte: Christine Schwarz, geborene Welle

Mit einem Medley folkloristischer Lieder von der dalmatinischen Adriaküste sangen sich die Frauen in kroatischer Sprache in die Herzen der Besucher. In den populären Liedern ließen sie die Noten galoppieren. „Mit charmantem Äußeren und wunderschönen Liedern“ (Zitat Ehl) beschrieben die Vokalistinnen im melancholischen Lied „Rain in May“ die trübe Gemütslage eines Menschen in den verschiedenen Jahreszeiten, bis der Regen im Mai die Sorgen wegwischt. Schwungvoll interpretierte die Gruppe Impuls den Bestseller in Hitparaden, die Jack-White-Komposition „Ein Lied zieht hinaus in die Welt“, die Jürgen Marcus 1975 vorstellte.

Trumpf-Asse zogen die Sängerinnen mit den legendären Beatles-Songs „Hey Jude“ und „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ und ernteten für ihr elanvolles Bühnenerlebnis stürmischen Applaus. Im Abba-Sound ertönte die Zugabe „Super Trouper“.

Dass der „Jägerchor“ aus Carl Maria von Webers romantischer Oper „Der Freischütz“ von Experten zur „Deutschen Nationaloper“ erklärt wurde, unterstrich der Shantychor. Walter Grießenauer bestach mit seiner kräftigen Tenorstimme im irischen Folk-Song „A Londonderry Air“. Das beliebte Lied ist auch unter dem Titel „Danny Boy“ bekannt.

Mit dem „Fiesta Mexikana“, das Rex Gildo bekannt gemacht hat, entfachten die Männer mit Sombreros temperamentvoll ein wahres Notenfeuerwerk. Und Chorleiter Viktor Brose zeigte alle Elemente der Dirigierkunst. Freddy Quinn gleich unternahmen die Bass- und Tenorsänger mit „Junge komm bald wieder“ einen Ausflug hinaus aufs Meer. Im „Bajazzo“ kam das Brose-Arrangement ebenso zum Tragen wie auf fetzig-schmissige Weise im rauen Santiano-Song „Ihr sollt nicht trauern – ihr sollt tanzen, tanzen“. Gekonnt begleitete Akkordeonspielerin Angela Frank den Männerchor. Auch die „Gorch Fock“-Zugabe fand Gefallen.

Fiesta Mexikana: Ein musikalisches Feuerwerk entzündet der Shantychor

Ich kann nicht anders, als mich zu verlieben: Beim „Can’t Help Falling in Love“, für den der Salzstetter Liederkranz-Aktive Martin Huss den deutschen Text und Viktor Brose den Chorsatz schrieb, vermittelte der Gemischte Chor prägnant etwas vom Weltruhm, den Elvis Presley mit diesem Song erlangt hat. Ganz im Stile des einstigen Sonnyboys des deutschen Schlagers, Jürgen Marcus, zauberten die Sängerinnen und Sänger durch „Komm mit auf die Sonnenseite der Straße“ eine beschwingt-heitere Stimmung in den Saal. Die Zuhörer dankten mit verdientem Beifall für zwei beglückende Konzertabende der Extra-Klasse vor vollem Haus.

Garant für ein tolles Chorkonzert: Dirigent Viktor Brose.

Vorsitzende Adelheid Singer lobte die Bühnen- und Saaldekorationen von Sigrid Bolsinger, dankte Chorleiter Viktor Brose und Moderator Christian Ehl als auch Floristin Gisela Schittenhelm und dem Musikverein für die Bewirtung sowie Tontechniker Elmo Vater. Der große Erfolg des Doppel-Konzertes spornt die 59 Vokalisten zu weiteren Höhenflügen an.

 

Bericht und Fotos: Walter Maier, Schwarzwälder Bote

Männergesangvereins Liederkranz Obertal – Zelter-Plakette zum 100. Geburtstag

Baiersbronn-Obertal. Das Jubiläum „100 Jahre Männergesangverein Liederkranz Obertal“ hatte schon lange seine Schatten voraus geworfen, nun setzte der Männergesangverein mit einem Festwochenende ein Ausrufezeichen.

Beim Festbankett am Freitag im großen Festzelt blickte der Männergesangverein mit seinen Gästen auf die Geschichte zurück. Auch etliche Redner überbrachten Glückwünsche zum Jubiläum. Gemeinsam begrüßte das Führungstrio Thorsten Schleh, Torsten Seeger und Horst Burkhardt die Jubiläumsgäste und lobte die gute Kameradschaft innerhalb des Vereins. „Sind wir von der Arbeit müde, bleibt doch Kraft zu einem Liede“, so einer der Leitsprüche des Chors.

Torsten Seeger versprach einen spannenden Abend und begrüßte als ersten Redner Landrat Klaus Michael Rückert. „Wo gibt es heute noch gute Männergesangvereine?“, fragte Rückert und betonte, wie sehr er sich freue, mal wieder reinen Männergesang hören zu dürfen. „Gesang verbindet Menschen über Grenzen hinweg. Er ist auch wichtig für die Völkerverständigung“, so der Landrat. Es sei großartig, dass der Obertaler Verein über so viele Jahre hinweg den Chorgesang gepflegt habe.

Im Namen des Bundespräsidenten überreichte Rückert dem Verein die Zelter-Plakette, die höchste deutsche Auszeichnung für Amateurchöre. „Diese Auszeichnung geht an Vereine, die sich im besonderen Maße für die Pflege der Chormusik und des deutschen Liedguts eingesetzt haben“, so Rückert. Begleitet von alten Bildern, beleuchteten Willi Burkhardt und Ulli Schmelzle in gespielten Dialogen die Historie des Vereins von der Gründung bis in die Gegenwart. Interessantes, darunter auch Witziges, sowie Originalzitate aus alten Protokollen waren die Grundlage für die gelungene Vorstellung der Vereinsgeschichte.

Zu dem Jubiläumsabend gehörten neben weiteren Grußworten auch passende Lieder, die vom Männerchor mit viel Hingabe gesungen wurden. Bürgermeister Michael Ruf gratulierte zu diesem besonderen Geburtstag und bescheinigte dem Verein, ein prägender Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region zu sein. Besonders erfreulich sei der hohe Anteil an jungen Sängern in den Reihen des Chors. Dies zeige, dass der Verein die Zeichen der Zeit erkannt habe. Als lobendes Beispiel für den Dienst am Gemeinwesen nannte Ruf die Übernahme der Patenschaft für den Unterhalt der Ruine Tannenfels durch den MGV Liederkranz.

Willi Burkhardt und Ulli Schmelzle unterhielten in den Rollen der Gründungsväter und Vorstände des Vereins mit weiteren Einlagen die Gäste. „Wer hätte auch vor 100 Jahren gedacht, dass einmal Chinesen durch Obertal spazieren?“, so Ulli Schmelzle.

Hermann Friedrich, Präsident des Chorverbands Kniebis-Nagold, und Hannes Hornberger, Vorsitzender des Bezirks Murgtal, hatten ebenfalls Glückwünsche im Gepäck und bescheinigten dem Verein eine wichtige Arbeit zum Wohle des Chorgesangs.

Das Vorsitzendentrio – Torsten Seeger, Thorsten Schleh und Horst Burkhardt (von links) mit Chorverbandspräsident Hermann Friedrich.

„Der MGV Liederkranz Obertal gibt ein sehr zukunftssicheres Bild ab“, so Friedrich, der die Ehrenurkunde zum 100-jährigen Bestehen überreichte.

Auch moderne Stücke im Repertoire

Im Namen der Feuerwehr gratulierte Obertals Abteilungskommandant Herman Köhler mit einer humorvollen Rede zum Jubiläum.

Auch Harald Dieterle von der Bergwacht sprach viele gute Worte und übergab Geschenke im Namen der Obertaler Vereine. Der langjährige Vorstand des Vereins, Klaus Burkhardt, ließ seine Amtszeit Revue passieren und lobte die gute Kameradschaft im Verein.

Nach dem Schlusswort des Führungstrios gaben die Sänger eine weitere Kostprobe ihres Könnens, diesmal mit modernen Stücken. Torsten Seeger dirigierte beim bekannten Song „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen, und mit „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani schloss der gelungene Festakt. Viel Applaus gab es von den Gästen für den Jubiläumsabend.

Beim Festakt zum 100-jährigen Vereinsbestehen waren auch Kostproben aus dem Repertoire der Sänger zu hören. Willi Burkhardt (vorne links) und Ulli Schmelzle (rechts) beleuchteten in gespielten Dialogen die Vereinsgeschichte.

 

Text und Fotos: Monika Braun, Schwarzwälder Bote


Liederkranz Altensteig – Chorverband ehrt treue Sänger

Der Liederkranz Altensteig verzichtete in diesem Jahr auf sein zweitägiges Brunnesfest und richtete stattdessen ein Chortreffen aus, bei dem verdiente langjährige Sänger des Bezirks Oberes Nagoldtal im Chorverband Kniebis-Nagold ausgezeichnet wurden.

Als Veranstaltungsort wurde Grömbach gewählt, kommen doch mehrere Sänger seit Jahren Woche für Woche treu von dort nach Altensteig in die Singstunde.
Ein Heimspiel auch für Chorleiterin Verónica Kluge – und ein Glücksgriff, denn das Lindenforum bot einen würdigen Rahmen, hervorragende Akustik und Raum genug für die teilnehmenden Chöre.

Der Liederkranz Altensteig begrüßte seine Gäste.

Der musikalischen Begrüßung durch die Gastgeber folgte der Liederkranz Emmingen, dem sowohl mit seinem Gemischten wie mit seinem Männerchor eine bravouröse Premiere unter seinem neuen Chorleiter Tim Schneider gelang.
Der Gemischte Chor sang in erfrischender Interpretation bekannte Weisen wie „Hell erklingen unsre Lieder“ von Lorenz Maierhofer und „Wach auf, meins Herzens Schöne“ von Johannes Brahms.
Der Männerchor begeisterte unter anderem mit „La Montanara“ von Luigi Pigarelli und animierte die Anwesenden mit „Capri-Fischer“ von Bernd Stegmann zum Mitsingen. „Eine erfreulich vielversprechende Verbindung“, konstatierte die ehemalige Gauchorleiterin Verónica Kluge über ihren neuen Kollegen.

Danach präsentierte der Kirchenchor Ettmannweiler/Beuren moderne geistliche Lieder wie „Ich will den Herren loben allezeit“ von Werner Arthur Hofmann und „Freuet euch“ von Klaus Heizmann und bewies auch sein Können und musikalischen Humor mit weltlichen Stücken wie „Ich wollt, ich wär ein Huhn“ von Erich Unterholzner.

Chorverbandspräsident Hermann Friedrich würdigte das langjährige Engagement der Jubilare und ehrte für 25 Jahre Singen aus Emmingen Rose Weitbrecht, Doris Roller und Egon Nestle, für 40 Jahre Mitwirken in Altensteig Peter Friedrich, Klaus Dieterle und Brigitte Armbruster.
Seit 60 Jahren singen treu in Simmersfeld Inge Killius und in Emmingen Gerhard Schwarz.
Gertraude Baitinger, Georg Martini und Rolf Bez bringen es in Emmingen auf stolze 65 Jahre. Sie seien der Beweis, dass regelmäßiges Singen fit hält und in der Sängergemeinschaft ein konstruktives Miteinander und eine positive, gesunde Lebenseinstellung gepflegt wird, sagte Friedrich.

Hochkarätige Jubilare: Rolf Bez (von links), Georg Martini, Gertraude Baitinger, Chorverbandspräsident Hermann Friedrich, Gerhard Schwarz, Inge Killius und die ehemalige Gau-Chorleiterin Verónica Kluge.

Die Ehrungen erfolgten im Wechsel mit gemeinsamen Vorträgen aller Chöre im Saal. Die zahlreichen Besucher aus Grömbach und aus Vereinen der Umgebung konnten so ein regelrechtes musikalisches Bad in der Menge genießen.

Text: Schwarzwälder Bote, Fotos: Liederkranz  + Schwarzwälder Bote


Liederkranz Loßburg – „Leuchtturm unter den Chören“

Ein Jubiäum der besonderen Art beging der Liederkranz Loßburg. 175 Jahre gibt es den Chor bereits. Keine Mühen scheute der Liederkranz Loßburg am Samstagabend im gut gefüllten Kinzighaus.

Der Perfektionismus vom liebevoll dekorierten Bühnenbild mit roten und schwarzen Luftballons bis zu den feinen Leckereien, mit denen der Musikverein Loßburg die Gäste überraschte, war angemessen. Schließlich hieß das Programm „Auf uns“, und da lässt man sich gerne ein wenig verwöhnen. Zumal der Chor mit seinen derzeit 29 Aktiven seit 1844 besteht.

Eigens für diesen Jubiläumsabend wurde eine beachtliche Bildergalerie aus vergangenen Jahren präsentiert. So konnten die Besucher Eindrücke vom regen Vereinsleben der Sänger sammeln. Unter der Regie seines Leiters Markus Bitterer legte der Chor einen vor Energie und Fröhlichkeit nur so sprühenden Auftritt hin. „›Auf uns‹ soll heißen, dass der Liederkranz heute Geburtstag feiert, und darauf darf jetzt angestoßen werden“, sagte Vorsitzender Martin Henninger den Besuchern.

Sie alle ließen sich vom ersten Takt an vom spritzigen Song „Music is Number One“, mit dem die Sänger auf die Bühne einzogen, mitreißen. Der Liederkranz präsentierte im Laufe des Abends sein facettenreiches Repertoire, das von fröhlichen Stücken und melancholischen Balladen wie „Gabriellas Song“ und „The Way old Friends do“ bis hin zu den vom Chorleiter eigens arrangierten Liedern reichte.

Unter Leitung von Markus Bitterer bot der Liederkranz einen Rückblick aus 175 Jahren Vereinsleben, eingebettet in modernes und traditionelles Liedgut.

Rückblick auf die Vereinsgeschichte

Stolz könne der Traditionschor auf seine Geschichte und das, was er erreicht und erlebt habe, sein, sagte Bürgermeister Christoph Enderle, der dem Liederkranz die Glückwünsche des Gemeinderats überbrachte. Der Liederkranz habe es geschafft, sich trotz eines hohen Altersdurchschnitts zu verjüngen.

„Loßburg ist ein Leuchtturm bei den Chören“, erklärte dann auch Hermann Friedrich, Präsident des Chorverbands Kniebis-Nagold. Wie viel in Loßburg und den Teilorten gesungen werde, sei schon fast legendär. Durchhaltevermögen, Mitmenschlichkeit und Gemeinschaft mündeten in ein hohes Kulturgut, nämlich den Chorgesang, führte der Verbandschef aus. Er überreichte dem Liederkranz eine Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbandes zum 175-jährigen Bestehen.

Hermann Friedrich (rechts) überreichte Martin Henninger die Ehrenurkunde des Chorverbands.

Martin Henniger ließ die Vereinsgeschichte Revue passieren. Gegründet als reiner Männerchor wurden erst ab 1954 Frauen aufgenommen, „um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken“. Einen Wandel bei der Chorliteratur gab es ab 1994 unter Wolfgang Meusel. Die ersten Gehversuche in Sachen Improvisation schrieb sich Michael Grüber ab 2001 auf die Fahnen. Mit Lara Vivien Cieply und ihrer Dreigroschenoper in der Tiefgarage hatte man „bei Projekten, die ihresgleichen suchen“ tolle Erfolge gefeiert. Die herzliche Art, die Markus Bitterer seit dem vergangenen Jahr zeige, überzeugte vom ersten Tag an, so Henninger.

Langen Beifall gab es für die Improvisation „Abschied vom Walde“, wobei sich die Sänger bei „Waldgeräusche mit Auszug“ im Saal verteilten und mit urigen Instrumenten die Geräusche des Waldes nachahmten. Klarer, fein intonierter Gesang und tolle Stimmen wurden bei der Zugabe mit Gershwins „Somebody loves You“ schön zur Geltung gebracht.

Die Instrumentalbegleitung gestalteten Johannes Söllner am Klavier, Jan Schlemmer am Schlagzeug und Johanna Klöpping am Kontrabass mit viel Verve.

Text und Foto’s: Petra Haubold, Schwarzwälder Bote


MGV Besenfeld – Rund 1000 Auftritte in 100 Jahren

Der Männergesangverein Besenfeld hat sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei wurden auch vier Sänger für jahrzehntelange Treue zum Verein geehrt.

Die Geehrten des MGV Göttelfingen-Erzgrube mit dem Vorsitzenden Jochen Bier (links) und Hermann Friedrich (rechts).

Seewald-Besenfeld. 1919 gegründet, blickte der MGV Besenfeld auf sein 100-jähriges Bestehen zurück. Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem Festakt, dem ein Gottesdienst in der feierlich geschmückten Seewaldhalle vorausging. Für 50 und 60 Jahre aktives Singen wurden vier Sänger des MGV Göttelfingen-Erzgrube ausgezeichnet.

Zum Auftakt zelebrierte Pfarrer Benjamin Heeß in der Seewaldhalle einen Gottesdienst. Daran schloss sich der Festakt als erster Teil der Jubiläumsfeierlichen an, die sich im Laufe des Jahres fortsetzen.

Bereits in seiner Begrüßung wies Vorsitzender Markus Gfrörer darauf hin, dass der MGV Besenfeld nur durch die Unterstützung des MGV Göttelfingen-Erzgrube in Form einer Singgemeinschaft die vergangenen Jahre überstehen konnte. Der im Gründungsjahr 38 Männer zählende Männergesangverein ist zwischenzeitlich auf gerade mal zehn Sänger geschrumpft. Gfrörer erklärte zum Festprogramm, das mit dem Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ der Titel gewählt wurde, den die Sänger als erstes Stück nach der Gründung eingeübt hatten. Dass Singen zum Gesundbleiben beiträgt, ließ der Vorsitzende ebenfalls wissen.

Das Stück „Frisch gesungen… und alles wird gut“ symbolisiere die Motivation, mit der die Männer nach dem Ende des Ersten Weltkriegs den Chor ins Leben gerufen haben.

Der stellvertretende Vorsitzende, Ernst Schebetka, hatte die Aufgabe übernommen, mit einer Ausstellung im Foyer die 100 Jahre Vereinsgeschichte Revue passieren zu lassen. Dazu gehören unter anderem Zeitzeugnisse und die Auflistung der Vereinsverantwortlichen.

Viele Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen

Dass der MGV in seiner Vereinshistorie nicht nur zahlreiche Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, sondern auch viele Feierlichkeiten musikalisch begleitet hat, ließ Schebetka in seiner Jubiläumsansprache wissen. Er ging auch auf die Spekulationen ein, die zur Vereinsgründung am 15. November 1919 geführt haben könnten.

„Eventuell war es die Trostlosigkeit zu jener bewegten Zeit“, meinte Schebetka. Mittlerweile zähle man noch zehn Aktive, blicke auf sieben Dirigenten zurück, zwölf Schriftführer und Kassierer und auf den 16. Vorsitzenden.

Der amtierende Dirigent Karl-Adolf Hornung als achter Leiter des MGV leitet die Sangestruppe seit 25 Jahren und damit am längsten. Mit ihm, so Schebetka, haben die Sänger ein Repertoire aus allen Musikrichtungen, auch in Englisch, erarbeitet und ihre erfolgreichsten Jahre erlebt. Auch wenn „laut, falsch, aber mit Begeisterung“ gesungen werde, Hornung führe mit Geduld und arrangiere die Stücke nach den Möglichkeiten des Chors und begleite mit Souveränität am Klavier. Rund 1000 Auftritte und 4000 Proben sind das Fazit nach 100 Jahren Vereinsbestand. Das wurde mit „Oh happy Day“ und „Blowing in the Wind“ besungen.

Mit Konzert im Oktober geht es weiter

Hermann Friedrich, Präsident des Chorverbands Kniebis-Nagold übernahm die Ehrung von vier Chorsängern und überreichte dem MGV Besenfeld eine Ehrenurkunde zum 100-jährigen Bestehen.

Bürgermeister Gerhard Müller ging in seinem Grußwort auf die Musik als Weltsprache ein. „Singen kann als Grundbedürfnis gesehen werden und ist Ausdruck von Stimmungen – und es macht Spaß“, sagte Müller.

Weitergefeiert wurde mit einem gemeinsamen Mittagessen und anschließend gab es Kaffee und Kuchen. Musikalisch umrahmt wurde das Fest vom Musikverein Besenfeld unter der Leitung von Dirigent Jörg Wette.

Gfrörer lud alle auch zum Konzert am 19. Oktober in der Seewaldhalle, mit dem die Jubiläumsfeiern weitergehen.

Hermann Friedrich, der Präsident des Chorverbands Kniebis-Nagold übernahm die Ehrung von vier Chorsängern für ihre langjährige Treue zum Männergesangverein Eintracht Göttelfingen-Erzgrube.

Waldfried Bier, eine Institution des Seewalder Chorgesangs, viele Jahre treibende Kraft der Singgemeinschaft und 14 Jahre lang Vorstand, wurde für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt. Ebenso für 60 Jahre wurde der langjährige Kassierer Wolfgang Bartels ausgezeichnet.

Auf jeweils 50 Jahre Vereinstreue blicken Hans Sackmann und Albert Züfle zurück. Die vier erhielten von Friedrich eine Ehrenurkunde und eine Anstecknadel des Deutschen Chorverbands. Friedrich dankte in seinen Grußworten allen Sängern für ihre Vereinstreue und den Verzicht auf das zwischenzeitlich überhandnehmende „Vereins-Hopping“.

Die Singgemeinschaft MGV Besenfeld und MGV Göttelfingen-Erzgrube bei der Feier in der Seewaldhaldhalle.

 

Text und Foto’s: Sabine Stadler, Schwarzwälder Bote


Junge Dirigenten wecken Begeisterung – Vollversammlung des Chorverband Kniebis-Nagold

Einmal im Jahr treffen sich die Vertreter der 48 Mitgliedsvereine mit ihren knapp 1450 Sängerinnen und Sängern im Chorverband Kniebis-Nagold zur Vollversammlung. Am Wochenende schlüpfte der Liederkranz Haiterbach in der Beihinger Turnhalle in die Rolle des Gastgebers.

„Chorgesang bleibt eine Gemeinschaftsleistung“, machte Verbandspräsident Hermann Friedrich deutlich. Doch weiß er mit Blick auf die sinkenden Mitglieder- und Sängerzahlen auch, dass die Gemeinschaft schrumpft. Gerade jetzt in der Hochzeit der Hauptversammlungen häufen sich die Berichte über fehlenden Nachwuchs in den Chören.

Doch gebe es auch erfreuliche Meldungen, erklärte Hermann Friedrich unter Hinweis auf „ganz junge Dirigenten, die scheinbar überalterte Chöre übernehmen und dort Begeisterung sowie Freude auslösen“.

Der Verbandspräsident ermunterte zu „ungewöhnlichen Konstellationen“, wobei er unter anderem an die Zusammenarbeit mit anderen Musikgruppen denkt. Vor diesem Hintergrund betonte er: „Ich möchte ihnen Mut machen, Großes zu wagen – dann bleiben wir auch heute im Gespräch.“

Wie Verbandschormeister Thomas Müller mitteilte, will sich der Chorverband im Frühjahr 2020 beim Deutschen Chorfest ist Leipzig mit einem Chor auf der Bühne präsentieren. Nachdem sich allerdings keine Männer angemeldet hatten, wird man in Leipzig mit einem reinen Frauen-Projektchor auftreten.

Haiterbachs Bürgermeister Andreas Hölzlberger, der selbst aktiver Sänger im Haiterbacher Liederkranz ist, bezeichnete die Vereine als „zentrale Säule unserer ehrenamtlichen Strukturen – ohne die unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde“. Allerdings weiß er um die Probleme bei der Gewinnung ehrenamtlicher Mitstreiter und sprach von einer „schweren Zeit für die Vereine“.

Andreas Hölzlberger nutzte die Gelegenheit, für das gemeinsame Singen im Chor zu werben. So sei es gerade für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen unheimlich wichtig, sich musisch zu betätigen. „Der gemeinsame Chorgesang fördert die Konzentrationsfähigkeit und steigert die sozialen Kompetenzen“, ist der Bürgermeister überzeugt.

Gesanglich wurde die Vollversammlung in Beihingen vom Chor des Haiterbacher Liederkranzes unter Leitung von Steffen Schneider umrahmt, der dabei schon einen Vorgeschmack auf seine beiden Konzerte im November gab.

Wie die Haiterbacher Liederkranz-Chefin Karin Killinger anmerkte, stehen dann die gesungenen Menschenrechte und Lieder über die Schönheit der Welt im Mittelpunkt.

Eine hochkarätige Ehrung stand ebenfalls auf der Tagesordnung: So wurde Ernst Kaupp vom Männergesangverein Bösingen nicht nur für seine 50–jährige aktive Sängertätigkeit ausgezeichnet, sondern gleichzeitig auch für sein über 30-jähriges ehrenamtliches Engagement im Verein.

In seiner Laudatio bezeichnete der Verbandspräsident den Geehrten als „Urgestein und tadellosen Repräsentanten des Chorwesens“.

In seinem Ausblick machte Herrmann Friedrich auf die Vorständetagung am 18. Mai in Simmersfeld aufmerksam: Dort soll die Struktur des Chorverbandes hinterfragt und über die Zukunft der singenden Vereine nachgedacht werden.

Die nächste Vollversammlung des Chorverbandes Kniebis-Nagold wird in Loßburg-Wittendorf stattfinden, wo der dortige Männergesangverein 2020 sein 100-jähriges Bestehen feiert.

 

Bericht und Foto: Uwe Priestersbach, Schwarzwälder Bote


In die Herzen der Besucher gesungen

Stilistisch vielseitig und auf hohem Niveau: Das Vocalensemble Cantiamo unter der Leitung von Wolfgang Meusel gab ein eindrucksvolles Konzert in der Loßburger Versöhnungskirche.

Sie haben es wieder einmal geschafft, die 15 Sängerinnen und ihr musikalischer Mentor Wolfgang Meusel, und sich in die Herzen der Besucher gesungen. Die Versöhnungskirche Loßburg war beim ersten von zwei Konzerten des Frauenchors fast voll besetzt. Am Sonntag, 24. März, ab 18.30 Uhr tritt das Vocalensemble Cantiamo noch einmal auf – in der evangelisch-methodistischen Friedenskirche in Freudenstadt.

Es ist still in der Loßburger Versöhnungskirche, als der Chor, bevor er einzieht, schon im Foyer mit „Ja dan duia“ beginnt. Um den glockenhellen Klang der Frauenstimmen nicht zu stören, traut man sich als Zuhörer fast nicht, sich zu bewegen.

Abseits des musikalischen Hauptstroms bleibt Wolfgang Meusel, einst Opernsänger, seiner Linie treu und pflegt mit seinem musischen Kind „Cantiamo“, das in vielen Stilrichtungen präsent ist, vor allem die „Musica sacra“, die Kirchenmusik.

Vom Klang der Natur bis zu Volksliedhaftem

Zweites Markenzeichen des Laienchors und seines Leiters: Das Vocalensemble Cantiamo gibt nur dann ein Konzert, wenn das Programm, die Lieder und jeder Ton auch sitzen. Der Vorteil für den Besucher: Geht er zu „Cantiamo“, bekommt er ein gutes Konzert. Der Nachteil: Er muss ein ganzes Jahr oder länger warten, bis er wieder so etwas Besonderes erleben darf.

Der Abend entführt die Besucher beispielsweise in den Klang der Natur („Die Meere“ von Johannes Brahms), zu den Sternen („Also hat Gott die Welt geliebt“), gibt Hoffnung („Ave Maria“ oder „Agnus Dei“), hinein in alte Zeiten („Deus, in adjutorium meum intende von Hayden“), bietet aber auch Volksliedhaftes, etwa mit „Wenn ich ein Vöglein wär’“ von Johannes Brahms oder „Dat du min Leevsten büst“. Fast eineinhalb Stunden singen die Frauen ohne Mikrofon und dennoch bis zum hintersten Platz gut hörbar.

Begleitet werden die Sängerinnen von Natalia Foiering am Klavier. Sie macht es leise, pointiert, bewundernswert zurückhaltend und doch unterstützend. Damit überlässt sie den Stimmen den Raum, schafft ihnen Platz, voll zur Geltung zu kommen. Sie selbst erfreute in Loßburg mit einem kurzen Klaviersolo, dem Prélude opus 34 von Dmitri Schostakowitsch. In Freudenstadt spielt sie zusätzlich noch das Prélude in B minor von Johann Sebastian Bach .

Das Konzert steht unter dem Motto „…die Töne tragen können…“. Eine bessere Überschrift hätte Wolfgang Meusel nicht wählen können. Der Frauenchor singt auf einem hohen Niveau. So könnte man sich Engelsstimmen vorstellen. Sie schmeicheln dem Ohr, treffen ins Herz und schwingen sich mit der Seele empor. Iris Joos beeindruckt die Zuhörer bei einem Solo mit ihrer hellen Stimme.

Beschwingt und frohen Herzens machten sich die Konzertbesucher auf den Heimweg in der zufriedenen Bestätigung: Es hat sich wie immer gelohnt, zu „Cantiamo“ zu gehen.

Bericht und Foto: Bärbel Altendorf-Jehl, Schwarzwälder Bote


Ausflug nach „Krokantien“ ist mehr als süß

Bildechingen wird derzeit vom „König Keks“ regiert. Eine bitter-süße Herrschaft, die, wie soll es auch anders sein, am Ende aber prima ausgeht.

Die Verantwortlichen des Gesangsvereins haben sich der Aufgabe gestellt und haben das gleichnamige Kinder-Musical hauptsächlich mit den Mitgliedern der beiden Kinderchöre inszeniert. Die Turn- und Festhalle wurde dafür in eine Musicalbühne verwandelt.

Professionelle Bühnenbilder entführten die Besucher im ersten Akt in den Thronsaal des süßen Königreichs „Krokantien“. Dort wartet König Keks, (Julian Dallmann) der ausschließlich Süßes liebt und isst, am St.-Krokantius-Tag auf seinen Sohn, Prinz Nougat, (Emilia Schmid) der von einer Süßwarenforschungsreise zurückkehrt.

Der Plan vom König sieht vor, ihn an diesem Tag mit einer süßen Prinzessin zu verheiraten. Doch der Prinz hat während seiner Weltreise die „scharfe“ Oliva Pfefferkorn (Zoe Raible) von den Chili-Inseln kennen gelernt und sich in sie verliebt. Da können Gräfin Glukosa von Biskuit (Maria Rebmann), Herzogin Marzipania von Mandelburg (Leni Kosmol / Kristin Keck) oder Prinzessin Karamella von und zu Knuspringen (Erin Raible) noch so um den Prinz kämpfen, sein Herz gehört seiner Oliva.

Wäre der arme König Keks nicht schon genug damit gestraft, dass sich sein Sohn in eine „Herzhafte“ verliebt hat, bringt das Ober-Gummibärchen Gelatino (Lea Weber) die Schreckensbotschaft, dass das böse Brösel im Baumkuchenwald wieder einmal sein Unwesen treibt.

Minutenlanger frenetischer Beifall als Belohnung für Gesamtleistung

Peter Straub – ganz rechts – und sein Team vor und hinter den Kulissen.

Prinz Nougat und seine treue Garde der Gummibärchen ziehen im zweiten Akt in den Wald und wollen das böse Brösel besiegen. Doch sie geraten allesamt in einen Hinterhalt und werden karamellisiert. Gelatino, der sich aufgrund eines hartnäckigen Schnupfens nicht von den ausgelegten Schokotrüffeln verführen ließ und als einziger der Gummibärchen-Armee noch aktiv ist, fährt auf die Chili-Inseln in den Palazzo Peperoni. Dort möchte der Baron Pfefferkorn (Lotte Breuer) seine Tochter mit einem Mann verheiraten, der seiner Meinung nach zu ihr passt.

Also betreten nacheinander Ritter Metzel von der Schlachtplatte (Anna Pagel), Sultan Curry Muskat von den Safran Inseln (Mina Hartl) und der Gulaschkanonenbaron (Winona Frank) die Bühne. Doch sie holen sich alle einen Korb von der feurigen Oliva. Diese hat zuvor von Gelatino erfahren, dass ihr Herzallerliebster karamellisiert wurde und hat deshalb ganz andere Dinge im Kopf, als einen der drei zu heiraten.

Gemeinsam machen sich Baronesse und Gummibärchen wieder auf in den Baumkuchenwald und besiegen dort mit einer List und einem Sack voll Pfeffer das böse Brösel. Das Brösel verwandelt sich in einen Pfefferkuchen, der süßes und salzig-würziges ideal zusammenbringt und so wurde er zur Hochzeitstorte von Baronesse Oliva Pfefferkorn und Prinz Nougat. Und auch die Regierungs-Chefs vertragen sich, nachdem sie mit Zucker- und Salzstange aufeinander losgegangen sind.

Bei der Premiere erlebten einige hundert restlos begeisterte Schüler aus den umliegenden Schulen tolle zweieinhalb Stunden allerbester Unterhaltung. Musik, Tanz, Gesang und teilweise witzige Texte und Dialoge gab es live gespielt und gesungen zu hören. Peter Straub teilte sich diesen Erfolg mit seinem gesamten Team vom Gesangsverein. Mitglieder des Jugendchores haben in den neun Monaten der Vorbereitungszeit mit den Solisten und dem Chor geprobt, die Requisiten mussten gebaut werden und bis die jungen Ensemblemitglieder geschminkt sind und in ihren Kostümen stecken, bedarf es auch jeweils einer langen Vorlaufzeit. Genau wie bei den echten Musicals in Stuttgart oder Hamburg.

Für ihre Gesamtleistung wurden die Sänger, Schauspieler, Requisiteure, Licht- und Tontechniker sowie alle, die irgendwie mit eingebunden waren, mit minutenlangem, frenetischen Beifall von den Schülerinnen und Schülern belohnt.

Bericht und Foto’s: Schwarzwälder Bote, Peter Morlok


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